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Wetterstation Bogendorf

Wetterwissen

Kurze Antworten auf Fragen, die man sich beim Blick aus dem Fenster stellt. Einfach antippen, um die Antwort zu lesen.

Warum ist im Herbst oben Sonne und unten Nebel?

Bei ruhigem Hochdruckwetter sammelt sich in klaren Nächten kalte Luft in den Tälern und Becken, etwa im Donautal und im Linzer Becken. Darüber liegt wärmere Luft wie ein Deckel. Man nennt das Inversion. In der kalten Luft kondensiert die Feuchtigkeit zu Nebel oder Hochnebel, der sich oft tagelang hält. Auf den Mühlviertler Höhen schaut man dann über ein Nebelmeer in die Sonne, manchmal bis zu den Alpen.

Warum wird es in klaren Nächten so kalt?

Der Boden strahlt nachts Wärme ab. Wolken wirken wie eine Decke und schicken einen Teil davon zurück. Ist der Himmel klar, geht die Wärme ungehindert ins All. Bei Windstille kühlt die Luft direkt über dem Boden dann besonders stark ab. Deshalb gibt es Frost fast immer in klaren, ruhigen Nächten und am ehesten in Mulden.

Was ist die gefühlte Temperatur?

Wind trägt Körperwärme schneller weg, deshalb fühlen sich 0 °C bei starkem Wind wie deutlich weniger an (Windchill). Im Sommer ist es umgekehrt: Bei hoher Luftfeuchtigkeit kann der Schweiß schlecht verdunsten und es fühlt sich wärmer an (Hitzeindex). Bei wenig Wind und mittleren Temperaturen sind gemessene und gefühlte Temperatur gleich.

Was sagt der Taupunkt?

Der Taupunkt ist die Temperatur, auf die man die Luft abkühlen müsste, damit sich Tau oder Nebel bildet. Liegt er nahe an der Lufttemperatur, ist die Luft fast gesättigt. Im Sommer ist er außerdem ein gutes Maß für Schwüle: Ab etwa 16 °C Taupunkt empfinden die meisten Menschen die Luft als drückend.

Was ist die Schneefallgrenze?

Die Höhe, ab der Niederschlag als Schnee ankommt. Darunter schmelzen die Flocken auf dem Weg nach unten zu Regen. Meist liegt sie einige hundert Meter unter der Nullgradgrenze, weil schmelzende Flocken die Luft abkühlen. Bei kräftigem Niederschlag kann sie dadurch rasch sinken. Bogendorf liegt auf 510 m: Liegt die Grenze darunter, schneit es hier.

Wie entsteht ein Gewitter?

Warme, feuchte Luft steigt auf, kühlt ab und bildet riesige Quellwolken, die bis über zehn Kilometer hoch wachsen können. In ihnen reiben Eis und Graupel aneinander und laden sich elektrisch auf. Ein Blitz gleicht die Spannung aus, der Donner ist die plötzlich erhitzte Luft. Faustregel: Sekunden zwischen Blitz und Donner durch drei geteilt ergibt ungefähr die Entfernung in Kilometern.

Was ist Föhn?

Föhn ist ein warmer, trockener Fallwind auf der Nordseite der Alpen. Feuchte Luft regnet sich im Süden ab und erwärmt sich beim Absinken auf unserer Seite stark. Die Luft ist dann besonders klar, und die Alpen wirken zum Greifen nah. Bis ins Mühlviertel reicht der Wind selbst selten, die gute Fernsicht aber schon.

Was verrät der Luftdruck?

Hoher Luftdruck bedeutet meist ruhiges, beständiges Wetter, tiefer Druck eher Wolken, Wind und Niederschlag. Wichtiger als der Wert selbst ist die Veränderung: Fällt der Druck innerhalb weniger Stunden deutlich, nähert sich oft eine Störung. Steigt er, wird es meist ruhiger.

Warum riecht es nach Regen?

Der typische Geruch hat sogar einen Namen: Petrichor. Pflanzen und Bodenbakterien geben bei Trockenheit Duftstoffe ab, die sich im Boden sammeln. Die ersten Tropfen schleudern sie in die Luft. Vor Gewittern riecht es manchmal zusätzlich leicht metallisch, das ist Ozon.

Wie misst die Station den Regen?

Der Regenmesser sammelt das Wasser in einem Trichter. Eine kleine Wippe kippt jedes Mal, wenn eine bestimmte Menge darin ist, und die Station zählt die Kippungen. Ein Liter pro Quadratmeter entspricht genau einem Millimeter Wasserhöhe. Schnee wird erst gezählt, wenn er im Trichter schmilzt.

Was sind Kenntage?

Kenntage beschreiben das Klima mit einfachen Grenzen: An einem Eistag bleibt die Temperatur ganztägig unter 0 °C, an einem Frosttag sinkt sie zumindest einmal darunter. Ein Sommertag erreicht 25 °C, ein Hitzetag 30 °C. In einer Tropennacht fällt die Temperatur nicht unter 20 °C. Zählt man sie über viele Jahre, sieht man, wie sich das Klima verändert.

Wie weit sieht man bis zu den Alpen?

Vom Mühlviertel sind es rund 70 bis 100 Kilometer bis zum Alpennordrand. Damit man so weit sieht, muss die Luft sehr trocken und sauber sein, und weder hier noch über den Bergen dürfen Wolken hängen. Das gelingt am ehesten nach Kaltfronten, bei Föhn und an klaren Herbst- und Wintertagen über dem Nebel.

Texte: Wetterstation Bogendorf.